Allgemeines zur Anatomie

Jeder Mensch schaut einzigartig aus. Natürlich ist der Körper gleich aufgebaut, aber optisch sind die Körperteile und somit auch die Geschlechtsorgane von Mensch zu Mensch verschieden. Als Kind findet man Geschlechtsorgane lustig und ist fasziniert, dass sie unterschiedlich aussehen.

In der Pubertät machen sich dann viele Sorgen, ob die eigene Vulva bzw. der eigene Penis „richtig“ und schön aussieht. Echte Vergleiche gibt es da wenige, von der Pornografie einmal abgesehen. Manche Menschen sind unzufrieden mit ihrem Aussehen bzw. ihrem Körper und vergleichen sich mit Idealvorstellungen. Allerdings gibt es keine Norm, der du entsprechen musst, denn all die verschiedenen Menschen könnten von niemandem auf eine Norm reduziert werden. Und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Natürlich ist es wichtig, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und ein positives Körperbild zu haben. Dazu gehört auch, dass du ein Gespür dafür entwickelst, welche Bedürfnisse dein eigener Körper hat und dass du dich selbst so akzeptieren lernst, wie du bist.

Auf zanzu.de findest du übrigens in vielen Sprachen Informationen rund um Körper und Sexualität und kannst dir die Begriffe für Geschlechtsorgane in verschiedenen Sprachen anschauen.

Hygiene

Körperpfle­ge ist in der Pubertät besonders wichtig, da sich der Körper verändert und erwachsen wird. Es gibt plötzlich Dinge, die als Kind noch nicht da waren: Viele Jugendliche bekommen Pickel, schwitzen stärker und die Haare werden rascher fettig. Auch der Körpergeruch wird stärker und der Intimbereich bekommt einen eigenen Geruch. Das nennt sich Intimgeruch und ist ganz normal. Trotzdem sollen ab der Pubertät die Geschlechtsteile täglich gewaschen werden (am besten einmal am Tag duschen oder baden). Bei Mädchen reicht das Waschen der Vulva mit warmem Wasser (ohne Seife). Duschgel sollte nur für die Intimbehaarung verwendet werden, da es die empfindlichen Scheidenschleimhäute reizen kann und dann zu Jucken oder Brennen führt. Die Vagina (Scheide) hält sich selber sauber (Weißfluss = geruchloses, milchig-weißes Sekret). Burschen ziehen die Vorhaut zurück (wenn sie eine haben) und waschen sich die Spitze des Penis mit etwas Seife/Duschgel und viel Wasser.

Intimbehaarung

Auch die Intimbehaarung wächst in der Pubertät: Bei Mädchen auf den äußeren Vulvalippen und dem Venushügel, bei Burschen auf dem Hodensack, am Penisansatz und rund um den Penis sowie Richtung Bauchnabel. Viele glauben, diese Haare müssten wegrasiert werden. Tatsächlich ist das Rasieren der Haare im Intimbereich eine rein persönliche, ästhetische Entscheidung. Es hat nichts mit Hygiene oder Sauberkeit zu tun, sondern ist eine Modefrage! Manche genießen ihre Behaarung, andere trimmen die Haare von Zeit zu Zeit und manchen gefällt es (teil-)rasiert am besten. Jedenfalls wachsen Intimhaare nicht endlos, sondern werden nur ein paar Zentimeter lang.Falls du dich im Intimbereich rasierst, gibt es aber ein paar Dinge zu beachten:

  • Verwende einen guten Nassrasierer mit neuer Klinge (keine Einwegrasierer). Wechsle die Rasierklingen regelmäßig alle paar Wochen. Es gibt auch Rasierer mit einem Schutz über den Klingen, der verhindert, dass du dich schneidest.
  • Ziehe den Rasierer nur ganz leicht über die Haut und drücke nicht auf.
  • Verwende Rasierschaum/-creme für empfindliche Haut (“sensitiv”).
  • Am besten rasierst du dich beim Duschen oder Baden, damit die Haut und die Haare ein bisschen aufgeweicht sind.
  • Nimm dir ausreichend Zeit, um langsam und vorsichtig zu rasieren.
  • Die Stelle, wo du gerade rasierst, spannst du mit der anderen Hand etwas, damit die Haut glatt ist und sich die Haare leichter wegrasieren lassen.
  • Rasiere die Haare immer in Wuchsrichtung. Die Rasur wird vielleicht nicht perfekt, aber du vermeidest Irritationen.
  • Wasche den restlichen Schaum nach dem Rasieren mit lauwarmem Wasser ab und creme die rasierte Haut mit einer milden Pflegecreme bzw. -balsam sanft ein (auch Pflegeprodukte für Babyhaut passen hier).

Trotzdem kannst du nach dem Rasieren einen Ausschlag mit roten Punkten oder Pickelchen bekommen (“Rasurbrand“). Wenn das öfter auftritt und unangenehm ist, dann solltest du dir das mit dem Rasieren nochmal überlegen.

Weibliche Geschlechtsorgane

Äußere Geschlechtsorgane (Vulva):
Venushügel, innere und äußere Vulvalippen, Klitoris (mit Klitorisspitze, Klitorisvorhaut, Klitorisschenkeln und –schwellkörpern), Scheidenvorhof, Scheideneingang

Innere Geschlechtsorgane:
Vagina (Scheide), Gebärmutter (Uterus), Eileiter (Tuba uterina), Eierstöcke (Ovarien)

 

Äußere Geschlechtsorgane

Die Vulva
Die äußeren Geschlechtsteile von Mädchen und Frauen werden Vulva genannt. Sie umfasst alle Geschlechtsteile, die unterhalb der Beckenbodenmuskulatur liegen und von außen sichtbar sind. Die Vulva besteht aus dem Venushügel, den äußeren und inneren Vulvalippen, der Klitoris (davon ist nur die Klitorisspitze sichtbar), dem Scheidenvorhof und dem Scheideneingang. Die Harnröhrenöffnung, die zwischen Klitorisspitze und Scheideneingang liegt, wird nicht zur Vulva gezählt.

Die Vulvalippen
Unterhalb des Venushügels befinden sich die äußeren und inneren Vulvalippen. Wie ihr Name schon sagt, liegen sie wie Lippen über dem Scheidenvorhof, der Harnröhrenöffnung und dem Scheideneingang. Größe, Form, Farbe und Behaarung der Vulvalippen sind bei jeder Frau und jedem Mädchen unterschiedlich. Manche verwenden auch die Ausdrücke Scheidenlippen, Venuslippen oder Geschlechtslippen (früher wurden sie Schamlippen genannt). Der Fachausdruck lautet Labien.

Viele Mädchen interessieren sich dafür, wie ihre eigene Vulva aussieht. Ohne Hilfsmittel ist das Ansehen der eigenen Vulva nicht gut möglich. Mit einem kleinen Spiegel, den du selbst zwischen deine Oberschenkel hältst, kannst du deine Vulva ansehen und besser kennenlernen.

Pornofilme und pornografische Fotos (beides eigentlich erst ab 18 Jahren erlaubt) zeigen ein ganz bestimmtes Aussehen von der Vulva. Oft sind diese Bilder der einzige Vergleich den Mädchen haben. Das kann bei Mädchen und Frauen zu Verunsicherung führen, wenn sie nicht diesem Bild entsprechen. Die Darstellung der Vulva in Pornos ist jedoch sehr einheitlich und entspricht nicht der Realität. In Wirklichkeit sieht jede Vulva anders aus und jede Vulva ist auf ihre eigene Art und Weise schön. Es gibt einfach eine große Vielfalt: Die inneren Lippen können zart und kaum sichtbar sein oder sie können wie Blütenblätter hervorschauen und größer als die äußeren Lippen sein. Auch die Farbe kann dunkler oder heller sein. Manche Frauen lassen sich operieren, um ihre Vulva dem Schönheitsideal anzupassen. In Österreich sind Operationen im Intimbereich nur erlaubt, wenn es einen medizinischen Grund gibt, zum Beispiel bei dauerhaften Schmerzen durch Reibung mit enger Kleidung und/oder beim Sport, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr etc.

Die Klitoris
Was oft als “Klitoris” bezeichnet wird, ist eigentlich nur die Klitorisspitze. Sie wird auch Perle, Klitoriseichel oder Kitzler genannt. Werden die inneren Vulvalippen, sitzt die Klitorisspitze an ihrem oberen Ende. Sie sieht aus wie ein kleiner Knubbel und ist sehr empfindlich, wenn sie berührt wird. Wie der Penis hat sie eine mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Vorhaut (auch Klitorishaube genannt). Die Klitorisschenkel und ihre Schwellkörper befinden sich im Körper unter den Vulvalippen und umgeben die Vagina.  Die Klitorisschenkel und die -schwellkörper machen damit den Großteil der Klitoris aus.

Die Klitoris dient ausschließlich dem Lustempfinden. Bei sexueller Erregung füllt sich die gesamte Klitoris mit Blut, wodurch sich die Vulvalippen vergrößern und näher zueinander bringen. Der Fachausdruck dafür ist Erektion. Eine körperliche Erektion bedeutet allerdings nicht immer, dass jemand Lust auf Sex hat.

Die Klitoris wird von vielen Nervenbahnen durchzogen und reagiert deshalb sehr empfindlich auf Berührungen. Das spielt eine wichtige Rolle bei der sexuellen Erregung und Befriedigung der Frau. Für viele Frauen und Mädchen ist das  Stimulieren/Berühren der Klitorisspitze der wichtigste Weg, um zum Orgasmus (Höhepunkt) zu kommen.

Das Scheidenhäutchen
Der Scheideneingang kann vom Scheidenhäutchen (Hymen) teilweise bedeckt sein. Das Scheidenhäutchen ist ein dünner und dehnbarer Hautring. Es kann unterschiedlich ausgeprägt sein (schmaler oder breiter, fester oder weicher) und verkleinert den Eingang der Scheide kaum. Es wird vermutet, dass der Zweck des Scheidenhäutchens der Schutz vor Schmutz und Bakterien im Baby- und Kleinkindalter ist. Es bildet sich dann bis zur Pubertät zurück und durch den Weißfluss hält sich die Scheide dann selbst sauber.

Bei den meisten Mädchen reißt das Häutchen beim (ersten) Vaginalverkehr nicht ein und sie bluten auch nicht. Das hängt damit zusammen, dass das Scheidenhäutchen bei jedem Mädchen anders beschaffen und dehnbar ist. Wenn es beim ersten Geschlechtsverkehr reißt, blutet es nur wenig und schmerzt kaum. Beim Sport kann das Scheidenhäutchen nicht einreißen, da es weich ist und sich den Körperbewegungen anpasst.

Wichtig: Ob ein Mädchen blutet bzw. nicht blutet, sagt nichts darüber aus, ob sie bereits Geschlechtsverkehr hatte oder nicht. Nicht einmal Frauenärzt*innen können bei einer gynäkologischen Untersuchung feststellen, ob ein Mädchen bereits Geschlechtsverkehr hatte oder nicht. Warum Frauenärzt*innen wissen wollen, ob schon Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, erfährst du hier: > Link Erste gynäkologische Untersuchung.

 

Innere Geschlechtsorgane

Die Vagina/Scheide
Die Vagina (Scheide) ist ein ca. 8–12 cm langer muskulöser Schlauch. Sie führt durch die Beckenbodenmuskulatur, weshalb die Scheidenwände eng aneinander liegen. Zwischen der Scheidenvorderwand und der Harnröhre befinden sich die sogenannten Paraurethraldrüsen (weibliche Prostata). Dieser Bereich wird auch G-Punkt oder G-Zone genannt. Eine Stimulation in diesem Bereich empfinden viele Frauen als sehr erregend.  Am hinteren Ende der Scheide liegt der Muttermund (Portio). Der Muttermund bildet den Übergang von der Scheide zur Gebärmutter.

Bei sexueller Erregung beginnt sich die Beckenbodenmuskulatur zu bewegen/zusammenzuziehen, was auch die Vagina in leicht pulsierende Bewegungen versetzt. Außerdem wird die Vagina weiter und länger und das Innere der Scheide wird feucht. Dies wird auch als vaginale Lubrikation bezeichnet. Wenn ein Mädchen/eine Frau „feucht ist“, sie Lust auf Sex hat und entspannt ist, schmerzt das Einführen von Fingern oder Penis in die Vagina nicht.

Die Gebärmutter
Die Gebärmutter hat die Form einer Birne, deren schmaleres Ende (Gebärmutterhals) nach unten gerichtet ist.

Am unteren Ende befindet sich der Muttermund. Die Öffnung des Muttermundes ist so klein, dass nur Spermien von der Scheide in die Gebärmutter wandern können und das Regelblut aus der Gebärmutter fließen kann. Gegenstände wie zum Beispiel ein Tampon oder ein Kondom können unmöglich von der Scheide in die Gebärmutter oder in den Bauchraum wandern.

Eierstöcke und Eileiter
Oben an der Gebärmutter schließt links und rechts jeweils ein Eileiter an. Sie verbinden die Gebärmutter mit den beiden Eierstöcken und sind ca. 12 cm lang. Das Ende der Eileiter sind feine trichterförmige Röhrchen, die wie ein Baseballhandschuh beim Eisprung die Eizelle auffangen und in den Eileiter transportieren.

Die Eierstöcke liegen links und rechts von der Gebärmutter und sind ungefähr walnussgroß. In den Eierstöcken sind von Geburt an bereits die Eizellen eingelagert.In der Pubertät beginnt bei Mädchen die Geschlechtsreife. Das erste Auftreten der Regelblutung  nennt man Menarche. Ab diesem Zeitpunkt reift während jedes Zyklus in einem der beiden Eierstöcke eine Eizelle heran. Außerdem werden in den Eierstöcken Geschlechtshormone produziert.

Männliche Geschlechtsorgane

Äußere Geschlechtsorgane:
Penis (mit Schwellkörpern, Eichel und Vorhaut), Hodensack

Innere Geschlechtsorgane:
Hoden, Nebenhoden, Spermienleiter, Prostata, Bläschendrüse, Cowpersche Drüsen

 

Äußere Geschlechtsorgane

Der Penis

Der Penis enthält drei Schwellkörper, die sich bei Erregung mit Blut füllen. Die Penisspitze wird Eichel genannt, der restliche Penis heißt Penis-Schaft. Die Eichel ist sehr empfindlich und daher von einer Vorhaut umgeben. Ganz vorne ist der Ausgang der Harn-Spermien-Röhre. Aus dieser Öffnung kommt Urin oder Sperma. Der Penis sieht bei jedem Mann ein bisschen anders aus. Im schlaffen Zustand hängt er oft ein bisschen nach links oder rechts. Die Schwellkörper ragen ein Stück in den Körper hinein und sind dort im Unterbauch von Muskeln umgeben. Der Penis selbst ist aber kein Muskel! Also kann er auch nicht trainiert werden.

 

Vorhaut
Die Vorhaut kann länger oder kürzer sein und sie kann die Eichel ganz, teilweise oder fast gar nicht bedecken. In manchen Religionen (z.B. Islam, Judentum) ist es üblich, die Vorhaut zu entfernen. Das nennt sich Beschneidung oder Zirkumzision. Wenn die Vorhaut bei einem Kind zu eng ist und sich nicht hinter die Eichel schieben lässt, dann muss sie manchmal aus medizinischen Gründen entfernt werden. An der Unterseite der Eichel gibt es ein kleines Hautbändchen, das die Vorhaut und die Eichel verbindet. Dieses Bändchen wird Vorhautbändchen oder  Frenulum genannt und ist eine besonders empfindliche Stelle.

 

Erektion
Bei sexueller Erregung füllen sich die Schwellkörper mit Blut. Der Penis wird größer und fest („steif“). Der Fachausdruck dafür ist Erektion. Allerdings muss eine Erektion nicht immer mit sexueller Lust verbunden sein. Zum Beispiel haben viele Männer in der Früh unmittelbar nach dem Aufwachen eine Erektion („Morgenlatte”), ohne dass sie automatisch Lust auf Sex haben. Bei einer Erektion haben viele Penisse eine leichte Krümmung, weil die Schwellkörper im Penis unterschiedlich groß sein können. Bei manchen Männern ist die Eichel etwas dicker als der Penisschaft, bei anderen ist die dickste Stelle des Penis in der Mitte. Das alles ist völlig normal. Eine Erektion kann entweder von selbst oder durch einen Sperma-Erguss (Ejakulation) vergehen.

 

Tipps bei einer unerwünschten Erektion
Manchmal kann es in den unpassendsten Situationen passieren, dass der Penis steif wird. Viele Burschen kennen das. Zum Besipiel wenn der Penis beim Aufwachen in der Früh steif ist und sich die Frage stellt, wie man unbemerkt ins Bad oder Klo kommt. Aber auch untertags können sogenannte „Spontanerektionen“ vorkommen: Es kann in der Schule passieren, im Schwimmbad, im Schulbus oder zuhause auf der Couch. Meistens dann, wenn man sitzt oder liegt. Direkte Abhilfe schafft duschen, Sport machen oder auch masturbieren. Das geht aber nur zuhause.

Daher gibt es außerdem folgende Tipps:

  1. Die Erektion mit Gewand verstecken: Generell sind eng anliegende Unterhosen hier praktisch, weil eine Erektion automatisch an den Körper gedrückt wird. Auch lange Shirts oder Pullover können helfen, weil sie bis zu den Oberschenkeln reichen. Rucksäcke oder Taschen können so getragen werden, dass sie deinen Schritt bedecken.
  2. Die Erektion an den Körper drücken: Viele Burschen versuchen sich unauffällig den steifen Penis oben in den Hosenbund zu stecken oder ihn mit einer Hand in der Hosentasche „niederzuhalten“. Im Sitzen helfen oft schon übereinander geschlagene Beine.
  3. Muskeln anspannen: Um das Blut aus der Erektion „wegzulocken“, kannst du deine Bauchmuskeln oder Oberschenkelmuskeln für mindestens 30 Sekunden anspannen (das funktioniert auch gut im Sitzen).

 

Penisgröße
Die meisten erwachsenen Männer haben einen Penis, der steif zwischen 11 und 17 cm lang ist. Jeder Penis ist einzigartig und er passt wunderbar so wie er ist. Die Länge und Form sind für den Sex überhaupt nicht wichtig, aber für die Wahl des richtigen Kondoms. Männer brauchen Kondome, die perfekt zu ihrem Penis passen (Link Kondom). Die Penisgröße kann durch keine angeblichen Tricks oder Tabletten aus dem Internet verändert werden. Sollten trotzdem Fragen oder Unsicherheiten auftauchen – unsere Online-Beratung Herzklopfen ist immer für dich da! 

 

Ejakulation und Sperma
Unter Ejakulation oder Sperma-Erguss ist das Austreten des Ejakulats (Sperma) aus der Harn-Spermien-Röhre an der Penisspitze zu verstehen. Viele Burschen nennen das „kommen“ oder „abspritzen“. Meistens ist das mit einem Orgasmus-Gefühl verbunden. Dabei werden  die Spermien von den Nebenhoden durch die Spermienleiter transportiert und vermischen sich mit anderen Flüssigkeiten aus der Prostata und der Bläschendrüse. Die Harnblase verschließt sich bei der Erektion automatisch, sodass Pinkeln währenddessen nicht möglich ist.

Die meisten Burschen haben zwischen 11 und 15 Jahren ihre erste Ejakulation (Spermarche). Ab dann produziert der Körper bis ins hohe Alter Sperma. Es wird immer nachproduziert und kann auch nicht „ausgehen“. Das erste Sperma kann bei der Selbstbefriedigung kommen, aber auch in der Nacht während du schläfst (das nennt sich „feuchter Traum“ und ist ganz normal). Sperma schaut nicht immer gleich aus. Es kann milchig-weiß aber auch fast durchsichtig sein. Mal ist es mehr als ein Teelöffel, mal kommen nur ein paar Tropfen. Sperma hat einen ganz typischen Geruch, der viele Menschen an Kastanienblüten erinnert.

 

Der Hodensack

Im Hodensack liegen die beiden Hoden und Nebenhoden. Auf dem Hodensack wachsen ab der Pubertät auch Haare. Die beiden Hoden sind oft nicht genau gleich groß und meistens liegt einer tiefer als der andere. Die Form des Hodensacks verändert sich ständig: Bei höherer Temperatur ist er schlaff, wenn es kalt ist, zieht er sich zusammen und liegt näher am Körper und die Haut fühlt sich dicker an. Das passiert, damit es im Hoden immer eine optimale Temperatur für die Spermien hat. Deshalb sind die Hoden auch außen, im Körper wäre es den Spermien nämlich zu warm.

 

Innere Geschlechtsorgane

 

Hoden und Nebenhoden

Ab der Pubertät produzieren die Hoden einerseits das männliche Geschlechtshormon Testosteron, andererseits die Spermien. Diese werden bis ins hohe Alter erzeugt und sind nicht an eine bestimmte Anzahl von Sperma-Ergüssen gebunden – sie werden also ständig nachproduziert. Die Hoden sind sehr fleißig: Pro Sekunde werden ca. 1000 neue Spermien produziert. In einer Portion Sperma sind dann hunderte Millionen Spermien enthalten. Sie sind aber so winzig klein, dass sie trotzdem nur einen kleinen Teil des Spermas ausmachen – nämlich nur 0,5 %.

Über den Hoden liegen die Nebenhoden. In diesen werden die Spermien gelagert und reifen heran. Die Nebenhoden sind mit den Spermienleitern verbunden und diese führen in den Bauch hinein zur Prostata.

 

Prostata

Die Prostata oder Vorsteherdrüse liegt innen im Unterbauch und hat in etwa Form und Größe einer Kastanie. Obwohl sie von außen nicht zu sehen ist, hat sie ganz wichtige Funktionen: Einerseits produziert sie einen Teil des Spermas (knapp 30%), andererseits bestimmt sie, ob Urin oder Sperma aus der Harn-Spermien-Röhre kommt, aber nicht beides gleichzeitig. Sie kann über den Darm ertastet werden. Das ist wichtig für medizinische Untersuchungen (meistens bei älteren Männern). Die Prostata kann über den Anus und den Darm auch beim Sex stimuliert werden, was manche Männer sehr erregend finden.

 

Bläschendrüse

Die Bläschendrüse liegt neben der Prostata und produziert den größten Teil der Spermaflüssigkeit, nämlich 60 – 70%. Das Sekret der Bläschendrüse macht das Sperma so dickflüssig und es beinhaltet Fruchtzucker, der die Spermien mit Energie versorgt.

 

Cowpersche Drüse

Unterhalb der Prostata liegt die paarig angelegte Cowpersche Drüse. Den Namen kennen zwar nicht viele Männer, aber sie kennen das, was dort produziert wird. In der Cowperschen Drüse entsteht nämlich der sogenannte Lusttropfen. Das ist eine Flüssigkeit, die schon vor dem Spermienerguss aus der Harn-Spermien-Röhre austritt. Bei manchen Männern ist das nur ein ganz kleiner Tropfen, bei anderen sind das sogar mehr als nur ein paar Tropfen. Die Flüssigkeit des Lusttropfens ist durchsichtig und ein bisschen schleimig. Es wird angenommen, dass sie dazu dient, die Harn-Spermien-Röhre zu reinigen und auf den Spermienerguss vorzubereiten. Außerdem bringt der Lusttropfen Feuchtigkeit auf die Penisspitze, was eine gute Vorbereitung auf Geschlechtsverkehr ist.

Wichtig: Auch im Lusttropfen können schon Spermien enthalten sein. Daher ist es keine Verhütungsmethode, den Penis vor dem Erguss aus der Scheide zu ziehen (Aufpassen, Coitus Interruptus). Sichere Verhütungsmethoden findest du hier: Link zur Verhütung

Variationen der Geschlechtsorgane

Intergeschlechtlich bezeichnet Menschen, die genetisch, anatomisch und/oder hormonell nicht eindeutige weibliche oder männliche Geschlechtsmerkmale aufweisen. Wortwörtlich bedeutet intergeschlechtlich also „zwischen den Geschlechtern“.  Oft finden sich auch die Bezeichnungen Intersex oder Inter*. Intersexuell ist hingegen ein Ausdruck, der eher in der Medizin verwendet wird als von intergeschlechtlichen Menschen selbst.

Wie die Geschlechtsorgane ausgeprägt sind und wie sie  aussehen ist sehr unterschiedlich. Deswegen wird oft auch von Variationen der Geschlechtsmerkmale gesprochen. Diese Variationen können auf Ebene der Chromosomen, der Hormone, der Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) oder der Genitalien vorliegen.

Es ist wichtig, dass die betroffenen Personen selbst bestimmen, wie sie leben möchten. Das heißt: Sie selbst entscheiden, ob sie intergeschlechtlich  leben oder sich (eventuell auch mittels medizinischer Behandlung) einem Geschlecht zuordnen wollen. Wenn sie sich nicht als Frau oder Mann definieren, dann steht für intergeschlechtliche Menschen seit 2019 ein dritter Geschlechtseintrag in Urkunden (z.B. Reisepass) zur Verfügung. Dieser Eintrag nennt sich dann “divers (x)”.

Regelblutung und Zyklus

Regel, Menstruation, Periode, “die Tage” oder sogar “Erdbeerwoche” – es gibt viele Namen für ein und dieselbe Körperfunktion: Die monatliche Blutung aus der Scheide von Frauen und Mädchen.Im Alter zwischen 10 und 16 Jahren bekommen die meisten Mädchen das erste Mal ihre Regelblutung (Menarche). Das bedeutet, dass ein Mädchen nun schwanger werden kann. Aber Achtung: Auch wenn ein Mädchen noch nie eine Regelblutung hatte, sollte beim Sex verhütet werden! Bereits einige Wochen vor der ersten Blutung kann ein Mädchen schwanger werden, da der erste Eisprung vor der ersten Regelblutung stattfindet. (siehe Zyklus – Interne Verlinkung zu Zyklus).

   

Dauer der Regelblutung
Bei den meisten Frauen und Mädchen dauert die Regelblutung circa vier bis sechs Tage. In der Pubertät kann die Länge der Blutungen auch verschieden sein. Wenn deine Regelblutung immer sehr kurz oder sehr lange dauert, solltest du mit einer*m Frauenärzt*in sprechen.

Tipp: Um einen Überblick über die Länge der Blutung und ihre Stärke zu bekommen, kannst du ein Zyklustagebuch führen. Das kann ein kleiner Kalender sein, den du bei der*m Frauenärzt*in bekommst oder eine Zyklus-App am Handy.

 

Schmerzen, Müdigkeit oder viel Energie?
Während der Regelblutung kann es zu Schmerzen und Müdigkeit kommen, aber auch ein Energieschub und erhöhte Sensibilität sind nicht selten. Es ist bei jeder Frau und jedem Mädchen verschieden, wie sie sich während der Regelblutung fühlt. Weit verbreitet ist die Meinung, dass alle Frauen und Mädchen während ihrer Regelblutung schlecht gelaunt sind… Das ist ein Irrglaube.

Es kann angenehm und entlastend sein über deine Erfahrungen mit der Regelblutung mit Personen zu sprechen, denen du vertraust: zum Beispiel mit deiner großen Schwester, Mutter oder deinen Freundinnen.

Tipp: Vielen Frauen und Mädchen hilft bei Schmerzen alles, was die Entspannung der Muskulatur fördert: Wärme (Wärmeflasche, Tee, Badewanne), Bewegung/Sport, frische Luft oder Ruhe. Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder mit Übelkeit/Erbrechen einhergehen, solltest du unbedingt zu einer*m Frauenärzt*in gehen.

 

Monatshygiene
Wie sonst auch, solltest du  während der Regelblutung die Vulva außen mit Wasser (ohne Seife!) waschen. Die Vagina (Scheide) reinigt sich durch den Weißfluss (milchig-weiße Flüssigkeit) selbst, deshalb musst du sie nicht extra waschen. Zu intensives Waschen mit Seife oder speziellen Intimpflegeprodukten kann auch nach hinten losgehen: Sie bringen die “Scheidenflora” durcheinander, welche die Scheide vor Infektionen schützt. Das kann dann jucken oder brennen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du das Blut, das während der Menstruation aus der Scheide fließt, auffangen kannst. Binden oder Slipeinlagen klebst du in die Unterhose. Sie müssen regelmäßig gewechselt werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Stärken. Tampons und Menstruationstassen führst du in die Scheide ein, wo sie eine gewisse Zeit lang das Blut auffangen. Vor allem Tampons sollen maximal 6 Stunden in der Scheide liegen. Wenn ein Tampon zu lange verwendet wird, kann es unter Umständen zum sogenannten Toxischen-Schock-Syndrom kommen, das schwere gesundheitliche Folgen hat. Auch bei Tampons gibt es unterschiedliche Größen und die richtige Anwendung braucht oft ein bisschen Übung. Für den Anfang empfehlen sich sogenannte “Mini”-Tampons.

Hier eine kurze Anleitung, wie du ein Tampon am besten einführst:

  1. Hände vorher gründlich waschen!
  2. Verpackungsfolie entfernen
  3. Rückholfaden entfalten
  4. Bequeme und entspannte Position finden (z.B. im Sitzen oder Hocken)
  5. Mit den Fingern die Vulvalippen öffnen
  6. Mit dem Zeigefinger Tampon in die Vagina schieben, bis der Zeigefinger verdeckt ist. Du solltest nun vom Tampon nichts mehr spüren.
  7. Der Rückholfaden hängt nun aus der Vagina heraus, sonst ist nichts zu sehen.
  8. Tampons regelmäßig wechseln, alle 4-6 Stunden. Dafür vorsichtig am Rückholfaden ziehen.

 

Andere Möglichkeiten sind Soft-Tampons, Periodenunterwäsche oder waschbare Mehrweg-Binden. Diese sind allerdings nicht so häufig, es gibt sie aber in manchen Bio-Supermärkten oder online.

Viele Mädchen machen sich Sorgen, ob ihr Intimbereich während der Regelblutung unangenehm riecht oder andere Menschen bemerken, dass man gerade “die Tage” hat. Allerdings ist das Regelblut, das aus der Scheide fließt, relativ geruchsneutral – andere Menschen können das nicht riechen. Nur wenn du die Menstruationsartikel (wie Binden, Tampons, etc.) nicht oft genug wechselst, kann es zu riechen beginnen.

Wenn du unsicher bist, welches Menstruationsprodukt du verwenden möchtest oder wie es funktioniert, kannst du dich mit einer Person deines Vertrauens austauschen, mit einem*r Frauenärzt*in sprechen oder unserem Herzklopfen-Team schreiben.

 

Der Zyklus
Als Zyklus der Frau/des Mädchens  wird der Zeitraum vom ersten Tag einer Regelblutung (Menstruation) bis zum letzten Tag vor der nächsten Regelblutung bezeichnet.

Beispiel: Wenn eine Regelblutung am 2. März beginnt und die nächste Regelblutung am 1. April startet, dann dauerte dieser Zyklus 30 Tage.

Bei den meisten Frauen ist der Zyklus jedes Monat ungefähr gleich lang – etwa zwischen 25 und 35 Tagen. In der Pubertät können die Abstände zwischen den Blutungen anfangs länger und unregelmäßiger sein. Das ist ganz normal und pendelt sich nach 2 bis 3 Jahren meistens ein. Manche Frauen haben allerdings ihr ganzes fruchtbares Leben lang einen unregelmäßigen Menstruationszyklus. Aber auch andere Faktoren, wie Reisen, Krankheit, Medikamente oder Stress können die Zykluslänge verändern.

In jedem Fall sollten  die Regelblutungen in einem Zykluskalender aufgeschrieben werden (in einer Zyklus-App oder einem kleinen Kalender von der*m Frauenärzt*in).

 

Was passiert im Zyklus?
Der Zyklus hat bei jedem Mädchen/jeder Frau den selben Ablauf, ganz egal wie lang er dauert:

  • Am Beginn des Zyklus:

Die Regelblutung dauert etwa vier bis sechs Tage. Nach der Regelblutung reift in einem der beiden Eierstöcke eine Eizelle heran – das heißt, sie macht sich bereit für eine mögliche Befruchtung durch ein Spermium. Gleichzeitig baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter auf und der Gebärmutterhalsschleim  (Zervixschleim) verflüssigt sich. Das sind die besten Voraussetzungen, dass Spermien von der Scheide in die Gebärmutter und in die Eileiter gelangen können.

  • In der Mitte des Zyklus:

Damit beginnen die fruchtbaren Tage: Das ist die Zeit, in der ein Mädchen/ eine Frau schwanger werden kann, wenn die Scheide Sperma aufnimmt. Ungefähr 14 Tage vor dem Beginn der nächsten Regelblutung  kommt es zum Eisprung und die Eizelle wandert im Eileiter in Richtung Gebärmutter. Nach dem Eisprung kann die Eizelle 12 bis 24 Stunden lang befruchtet werden.

Wann der Eisprung genau stattfindet, kann man erst im Nachhinein sagen: Mit dem ersten Tag der nächsten Regelblutung kann festgestellt werden, dass der Eisprung etwa 14 Tage zuvor war.

Achtung: Vor allem junge Frauen haben oft einen unregelmäßigen oder kurzen Zyklus. Daher sollte immer, auch während der Regelblutung, verhütet werden. Für Jugendliche ist “natürliche Familienplanung” keine Verhütungsmethode.

  • Am Ende des Zyklus:

Möglichkeit 1:
Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, löst sie sich auf. Die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut löst sich von der Gebärmutter-Innenwand und fließt aus der Scheide. Das ist das Blut bzw. Gewebe, das man während der monatlichen Regelblutung sieht. Damit beginnt ein neuer Zyklus.

Möglichkeit 2:
Wenn die Eizelle befruchtet wurde und diese sich in der Gebärmutter einnistet, beginnt eine Schwangerschaft. Der Zyklus ist damit unterbrochen und beginnt nach der Schwangerschaft mit dem Wiedereinsetzen der Regelblutung.

Der Zyklus wird von Hormonen gesteuert und Frauen und Mädchen spüren diese hormonellen Umstellungen in den verschiedenen Zyklusphasen unterschiedlich stark. Es kann sein, dass die Tage vor der Regelblutung besonders mühsam sind, sowohl körperlich (z.B. Müdigkeit) als auch psychisch (Stimmung). Das nennt sich Prämenstruelles Syndrom (PMS). Wenn du sehr stark betroffen bist,dann solltest du das mit deiner*deinem Frauenärzt*in besprechen. Auch an unsere Herzklopfen Online-Beratung kannst du immer schreiben!