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Logo Es wird besser Österreich Die zentrale Botschaft des Projekts für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente (LGBT-)Jugendliche war und ist: Es wird besser.

Die erste Untersuchung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt

Der Film (in Deutsch, Türkisch, Farsi/Persisch, Arabisch, Englisch)
"Gut zu wissen - Besuch bei der Frauenärztin", Medienzentrum St. Pauli 2014

Vielleicht warst du noch nie oder schon lange nicht mehr bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt. Hier sind einige Dinge, die du auf jeden Fall beachten solltest:

  • Du solltest dich telefonisch anmelden und dir einen Termin geben lassen. Wenn du Schmerzen oder Beschwerden hast, musst du das gleich sagen, damit du sobald wie möglich einen Termin bekommst. Sollte trotz Beschwerden für längere Zeit kein Termin frei sein, wende dich an die gynäkologische Ambulanz eines Krankenhauses oder an eine andere Frauenärztin/einen anderen Frauenarzt.
  • Nimm deine e-card mit
  • Mach dir eine Liste, von dem was du alles fragen und wissen möchtest. Erfahrungsgemäß sind viele Mädchen vor der Untersuchung aufgeregt; dieses Gefühl wird durch den Zeitdruck, den man durch die vielen anderen Mädchen im Wartezimmer verspürt, oft noch verstärkt. Du solltest dir aber soviel Zeit nehmen, wie du brauchst, um Dinge zu klären, Informationen zu bekommen und Sicherheit zu gewinnen. Frage nach, wenn du etwas nicht verstehst oder es dir zu schnell geht.
  • Wenn du sehr unsicher bist oder Angst hast, bitte eine Vertrauensperson, dich zu begleiten. Möglicherweise ist dein Partner oder deine Partnerin froh über die Möglichkeit, sich selbst auch informieren zu können und dich zu unterstützen.
  • Die gynäkologische Untersuchung ist eine Dienstleistung, die mit Krankenkassenbeiträgen bezahlt wird. Wenn du mit der Untersuchung nicht zufrieden bist, weil du dich unhöflich oder grob behandelt fühlst oder deine Fragen nicht ausreichend beantwortet werden, dann such dir für das nächste Mal eine neue Ärztin oder einen neuen Arzt.

Wann solltest du zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt gehen?

  • Wenn du Beschwerden hast (Schmerzen, übel riechenden Ausfluss, Brennen und Jucken im Scheidenbereich, wenn dir Ungewöhnliches an deiner Brust auffällt, wenn die Regel ausbleibt oder Beschwerden macht)
  • Wenn du dich über Verhütungsmittel informieren und dir welche verschreiben oder anpassen lassen möchtest
  • Wenn du glaubst, dass du schwanger sein könntest
  • Wenn du Fragen zu deinem Körper hast
  • Wenn du bis zum 16. Lebensjahr noch keine Regel gehabt hast
  • ....

Unter folgendem Link findest du eine Liste mit ehemaligen bzw. aktiven ÖGF - First Love Gynäkologinnen und Gynäkologen:

FrauenärztInnen

Die Untersuchung

Die Frauenärztin oder der Frauenarzt wird vor der Untersuchung mit dir ein Gespräch führen. Das kann manchmal sehr kurz sein, sollte aber folgende Punkte beinhalten:

  • die Frage nach deinen Wünschen oder Problemen
  • wenn du zum ersten Mal kommst, einen Überblick über deine medizinisch-gynäkologische Lebensgeschichte (seit wann du die Regel hast, ob du Geschlechtsverkehr hattest, ob du schwanger warst, ob du Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche hattest, wie viele Kinder du hast, ob du Krankheiten oder Operationen hattest.....)
  • die Frage, welche Verhütung du nutzt oder nutzen möchtest
  • wenn du zum ersten Mal kommst, eine Information darüber, was bei der Untersuchung passieren wird

Wenn die Ärztin oder der Arzt dich alles gefragt hat, was sie oder er wissen muss und du dir alle Informationen geholt hast, die du haben wolltest, wird sie dich zur Untersuchung auf den gynäkologischen Stuhl bitten.

Dafür musst du deinen Unterkörper freimachen, die Unterhose ausziehen, dich auf den gynäkologischen Stuhl setzen, die Füße in die steigbügelartigen Stützen stellen und die Beine spreizen. Versuch dich dabei so gut wie möglich zu entspannen. Wenn du dich dabei unwohl fühlst, besteht auch die Möglichkeit einen Rock oder ein Longshirt anzuziehen und bei der Untersuchung hochzuschieben.

Diese Situation auf dem gynäkologischen Stuhl ist für viele Frauen und Mädchen unangenehm. Da ist einerseits die Scham, vor einer Fremden oder einem Fremden nackt zu sein und andererseits die Angst davor, was die Frauenärztin oder der Frauenarzt machen wird. Möglicherweise glaubst du auch schlecht zu riechen. Es ist dir vielleicht auch unangenehm, die Regel oder Ausfluss zu haben.

Für dich ist die gynäkologische Untersuchung (vor allem das erste Mal) etwas ganz Besonderes. Für die Ärztin, die öfters am Tag Frauen und Mädchen untersucht, ist es Bestandteil ihrer Arbeit. Die Untersuchung erfolgt normalerweise in vier Schritten.

Die Untersuchung des äußeren Genitalbereichs

Die Ärztin oder der Arzt untersucht, ob Schamlippen und Klitoris normal angelegt sind. Dabei trägt sie oder er Handschuhe und berührt diese Bereiche mit den Fingern.

Die Untersuchung der Scheide

Die Scheide (Vagina) hat eine röhrenähnliche Form, deren Wände sich aneinander anschmiegen, wenn du sitzt oder liegst. Aus diesem Grund muss die Ärztin oder der Arzt die Scheidenwände ein wenig auseinanderhalten, um die Untersuchung durchführen zu können. Dazu verwendet sie oder er spezielle Instrumente, sogenannte Spekula. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Formen, so dass auch Mädchen, die noch Jungfrau sind, untersucht werden können, ohne das Jungfernhäutchen zu verletzen.

Wenn du Schmerzen spürst, sage es sofort der Ärztin oder dem Arzt.

Während dieser Untersuchung wird oft auch der Krebsabstrich abgenommen; das ist eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung gegen Gebärmutterhalskrebs, die jährlich durchgeführt werden sollte. Dabei nimmt die Ärztin oder der Arzt mit einem langen Wattestäbchen oder einer schmalen Holzspatel etwas Sekret vom Gebärmuttermund ab. Manche Mädchen empfinden das als unangenehm, andere spüren überhaupt nichts. Das Sekret wird im Labor untersucht.
Scheidensekret wird auch dann entnommen, wenn du Ausfluss oder andere Beschwerden hast.

Die Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane

Diese Untersuchung macht die Ärztin oder der Arzt ohne Hilfe von Instrumenten, nur mit ihren Händen. Sie oder er gibt etwas Gleitgel auf den Handschuh der einen Hand und legt einen oder zwei Finger in die Scheide. Mit der anderen Hand tastet sie oder er die Bauchdecke ab, fühlt die Lage und Größe der Gebärmutter und der Eierstöcke. Wenn du bei dieser Tastuntersuchung Schmerzen spürst, solltest du es der Ärztin oder dem Arzt gleich mitteilen. Damit ist die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl beendet; du kannst dich wieder anziehen, solltest aber für die Abtastung der Brust den Oberkörper frei machen.

Die Untersuchung der Brust

Die Ärztin oder der Arzt untersucht deine Brüste und Achselhöhlen mit beiden Händen; sie oder er tastet, ob sich das Gewebe deiner Brust normal anfühlt. Dies ist eine Vorsorgeuntersuchung gegen Brustkrebs und sollte bei jedem Besuch durchgeführt werden. Sie oder er sollte dir auch zeigen, wie du deine Brust selbst untersuchen kannst.
Darstellung, wie du deine Brust untersuchen sollst »